Lübeck – Er ragte ob seiner stattlichen 2,04 Meter allein schon optisch aus der Runde der Schwartauer Handballer heraus. „Und er wäre der Kracher, den wir für Angriff, aber mehr noch die Abwehr brauchen würden“, ergänzte Zweitliga-Sportchef Michael Friedrichs. Mit „er“ ist Rico Bonath gemeint. Der Neue, für den der VfL zum Trainingsauftakt sein Programm eigens in die Halle verlagerte, damit der gebürtige Berliner in Schwartau vorspielen konnte.
Allein seine Vita, seine Erstliga-Stationen TBV Lemgo (Meister 2003) und Wilhelmshavener HV, auch die Zweitliga-Adresse Ahlener SG (seit 2008) lassen aufhorchen, sprechen für den baumlangen Linkshänder. „Er wäre vorn die ideale Ergänzung für Podde Podpolinski und könnte hinten mit Kevin Jahn im Mittelblock eine Wand bilden“, schwärmt Friedrichs schon jetzt. Auch Trainer Thomas Knorr (seit Sonntag im Kreta-Urlaub) hat der 27-Jährige überzeugt: „Er würde uns weiterbringen, ich will ihn.“
Bonath will auch: „Sportlich sind wir uns einig, nur das Wirtschaftliche passt noch nicht.“ Soll heißen: Bonath, der gelernte Bankkaufmann, braucht einen Job, „irgendetwas Kaufmännisches“. Wenn die Kombination Handball und Job stehe, komme er – und das sofort. „Je eher, desto besser“. Auch, weil der VfL schon in der Vorbereitung stehe.
Bonath würde ablösefrei wechseln. Bei der Zusammenlegung der Zweitligavereine Ahlen und Hamm zum Erstliga-Aufsteiger HSG erhielt der Rückraumspieler keinen Profivertrag. Bonath hat zwar noch ein Angebot aus Lemgo (2. Mannschaft) und von zwei Süd-Zweitligisten, „doch wir wollen unseren Lebensmittelpunkt nicht in den Süden verlagern“. Mit „wir“ ist auch seine Freundin Manuela gemeint. Beide erwarten Ende des Jahres Nachwuchs.
Ein Vorteil für den VfL: Rico und Manuela zieht es an die See. „Wir waren im Winter in Scharbeutz schon ein paar Tage im Kurzurlaub hier. Das war schon traumhaft. Jetzt ist es noch schöner.“ Im neuen Co-Trainer Tobias Schröder würde er zudem einen alten Weggefährten aus Wilhelmshavener Tagen wiedertreffen. Nur: Die schöne Gegend und Fürsprecher Schröder allein reichen nicht für eine Zusage. Friedrichs weiß das: „Wir arbeiten daran.“ Bis Ende August will der VfL-Sportchef Vollzug melden. „Das ist auch für uns die Deadline.“
(Quelle: ln-online.de)