Nun am Sonntag in Hildesheim
Schlusspfiff in der Hansehalle. Und Tobias Mahnke ballte mit einem langen „Jaaa“ kurz beide Fäuste vor seinem quittegelben Sweater. Für den sonst eher introvertierten Keeper ein Ausbruch an Emotionen. Und das zurecht: Seine wichtigen Paraden nach der Pause waren ein Grund, dass der VfL Bad Schwartau den dritten Sieg in Folge feierte. Das Team von Spieler-Trainer Thomas Knorr bezwang die HSG Varel in der 2. Handball-Bundesliga nach einer deutlichen Leistungssteigerung in Halbzeit zwei mit 36:33 (15:17).
„Die Jungs haben nach den zwei Siegen offenbar gedacht, Varel fiedeln wir hier zu Hause locker ab“, legte Coach Knorr den Finger in die Wunde, „doch sie mussten schnell einsehen, dass sie nicht umsonst Tabellenfünfter sind.“ Dabei begann der VfL vor 1780 Zuschauern mutig, schnell, kombinierte sicher. Schult, Dombrowski, Hinrichsen legten ein 3:0 vor. Die 6:0-Deckung beweglich, verdichtete mit dem Mittelblock Jahn/Schult leichtfüßig. Da vorn zudem Podpolinski aufdrehte (7:4/10.), der VfL sogar eine 2:4-Unterzahl überstand, war bis zum 10:8 (15.) alles in Ordnung. Doch dann kam der Bruch. Das Problem: Die Abwehr offenbarte alte Schwächen, agierte plötzlich zu defensiv, packte nicht zu, machte es erst Mahnke (5 gehaltene Bälle) und dann Markus Noel (ab 16. - ein Ball) schwer. Die Folge: Varel war beim 10:10 (18.) dran, führte 12:11 (23.). Der VfL nun nervös, verwarf Siebenmeter (2xTretow), schloss seine Angriffe überhastet ab, leistete sich unnötige Fehler, lag nach Wiederanpfiff sogar 15:18 (31.) hinten. „Wir haben gewusst, dass wir Scheiße gespielt haben. Wir konnten aber den Hebel rechtzeitig umlegen, haben hinten besser gestanden und haben Tobi so geholfen“, meinte Toni Podpolinski.
Doch der VfL brauchte noch zehn Minuten, um sich ins Spiel zurückzukämpfen. Auch dank Mahnke, der nach der Pause in wichtigen Situationen Konter, freie Würfe und einen Siebenmeter entschärfte, insgesamt 15 Bälle parierte. Schwartau drehte so mit fünf Treffern in Folge das Spiel, zauberte aus einem 24:26 (46.) ein 29:26 (51.). Doch Varel blieb dran, das vor allem dank des kaum zu haltenden Rückraumlinken Jan-Philip Willgerodt (11/3 Treffer). Tore fielen in der Phase wie reife Früchte. Wichtig für Schwartau: Knorr (ab 30. Minute) riss am Kreis Lücken, traf dreimal und hielt die Abwehr mit zusammen. Als Mahnke schließlich dem bis dato unfehlbaren Willgerodt den ersten Siebenmeter abkaufte, der zum Schluss aufdrehende Tretow Killerinstinkt zeigte und 140 Sekunden vor dem Abpfiff zum 35:31 traf, war die Entscheidung gefallen.
Quelle: LN-online.de
Tore: Schult, Tretow je 7, Podpolinski 6, Hinrichsen 4, Dombrowski, Knorr je 3, Kasza 3/2, Jahn 2, Zeschke 1
Jetzt geht es am Sonntag nach Hildesheim zur dortigen Eintracht. Vielleicht geht da ja auch etwas, jedenfalls haben die Hildesheimer im bisherigen Saisonverlauf noch keine so großen Bäume ausgerissen. Am Mittwoch unterlagen sie in Schwerin mit 28:36 und liegen mit 4:10 Punkten kurz vor dem Tabellenende auf Platz 15. Aber zu unterschätzen sind sie zuhause natürlich nicht. Gegen Ahlen gab es zuletzt ein bemerkenswertes Unentschieden, und sie müssen punkten, um da hinten heraus zu kommen.
Ein interessanter Vergleich, bei dem der VFL sehr gut die Unterstützung seiner treuen Fans gebrauchen könnte. Also begleitet die Mannschaft, der Weg ist ja nicht so sehr weit.
Spielort ist in Hildesheim-Mitte die Sparkassen-Arena, Pappelallee 1-3
Anpfiff Sonntag, 18.10. um 17:00 Uhr